Die Corona-Krise im südlichen Afrika

Die Corona-Krise hält uns weltweit in Atem. Dass sie auch in Afrika angekommen ist, nehmen wir eher am Rande wahr. Dabei ist leicht vorstellbar, wie dramatisch sich die Ausbreitung des Virus in den Ländern Afrikas auswirken wird. Zwar gibt es bisher nur 16 offiziell bestätigte Fälle einer Corona-Infektion in Malawi, aber schon 45 in Sambia, 2.270 in Südafrika. Und das bei kaum vorhandenen Testmöglichkeiten.

Dass die Folgen der Corona-Krise in den Ländern des südlichen Afrikas voraussichtlich um ein Vielfaches dramatischer ausfallen werden als z. B. in den europäischen Ländern, liegt an verschiedenen Faktoren. Das Gesundheitssystem ist in diesen Ländern unzureichend bis inexistent. Es fehlt schon an grundlegender Gesundheitsversorgung, von Intensivbetten ganz zu schweigen.

Der Gesundheitszustand der Bevölkerung ist durch Mangelernährung, Malaria und eine immer noch hohe HIV-Infektionsrate geschwächt. Was den Ländern zugutekommen könnte, ist ihr relativ niedriges Durchschnittsalter, denn das Corona-Virus ist vor allem für ältere Menschen gefährlich.

Nicht zuletzt verschärft auch die wirtschaftliche und soziale Lage der Menschen die ohnehin schwierige Situation. In den Armenvierteln der Städte, aber auch in den einfachen Hütten auf dem Land leben viele Menschen auf engem Raum zusammen. Oft gibt es keinen Zugang zu sauberem Wasser, keine gesunde Ernährung und keine grundlegende Gesundheitsversorgung. Hygienemaßnahmen – kaum möglich. Abstandhalten – Wunschdenken.

Zudem sind viele Menschen gezwungen, aus dem Haus gehen, um Arbeit und Essen zu finden. Sie leben von der Hand in der Mund, haben keine feste Arbeit, keine Lebensmittelvorräte, aber viele Angehörige zu versorgen. Zuhause zu bleiben, ist keine Option.

Es ist zu befürchten, dass das Corona-Virus die Länder des südlichen Afrikas überrollen wird. Dabei sieht sich z. B. die Diözese Karonga in Malawi schon heute in einer existenziellen Notlage: Schwere Überschwemmungen haben die Gegend im Februar und März in Mitleidenschaft gezogen. Die Menschen haben ohnehin schon ihre Ernte verloren, ihre Häuser verlassen, sich in Flüchtlingscamp zusammengefunden.

Was heute schon feststeht: Die Umckaloabo-Stiftung wird an ihren Schulprojekten und der Unterstützung für Kinder und Jugendliche festhalten. Auch die Zusage der Unternehmensgruppe Schwabe, die Stiftung weiterhin großzügig zu fördern, steht. Derzeit versucht die Regierung die Bevölkerung so gut wie möglich mit Nothilfemaßnahmen zu unterstützen. Sobald wir wissen, wo unsere Partner Unterstützung benötigen, werden wir kurzfristig vor Ort akute Nothilfe organisieren.