Praktikums-Erlebnisse in Südafrika

Anfang Mai berichteten wir bereits über das geplante vierwöchige Auslandspraktikum der acht Recklinghausener Maurer-Azubis und deren Anleiter. Was hat sich inzwischen getan und welche Erfahrungen konnten seither gesammelt werden?

Der Wonnemonat Mai ist in Südafrika der Übergang vom Herbst zum Winter. Da es nachts bereits sehr kalt sein kann, wurde kurzerhand von den Scouts ein Haus organisiert, in dem die Gruppe vorübergehend übernachten konnte.

In der ersten Woche wurde die Corobrik Steinfabrik in Middelburg und einige größere Bauunternehmen besucht, damit sich die Gruppe ein Bild über das Baugewerbe in Südafrika machen konnte. Die Fahrten durch das Land machten dabei den Unterschied zwischen arm und reich sehr deutlich, die Teilnehmer fuhren vorbei an Townships, einfachen Wohnsiedlungen und einer großen Müllhalde, die voller Menschen war, die aus dem Müll brauchbare Materialen sammelten, um damit ein wenig Geld für ihren Unterhalt zu erwirtschaften. Der anschließende Halt an einer neu eröffneten Shopping-Mall verstärkte den Eindruck natürlich umso mehr.

Die Baustelle auf dem Zeltplatz ESANGWENI wurde gemeinsam mit fünf südafrikanischen Pfadfindern eingerichtet. Sprachliche Hürden und verschiedene Methoden der Maurerkunst mussten natürlich auf einen Nenner gebracht werden, damit einem erfolgreichen Baustart nichts mehr im Wege stand! Mit den ersten Sonnenstrahlen am folgenden Tag begann der Baustellenalltag. Das vorgefundene Fundament und die örtlichen Begebenheiten stellten die Arbeitstruppe vor einige Herausforderungen. Schnell wurden die Gegensätze in der Bauausführung und den Materialien sichtbar und vieles konnten die Mitglieder der Gruppe voneinander lernen. Das derzeitige Ergebnis ist eine gute Kombination aus deutscher und südafrikanischer Maurerkunst, auch wenn es leider nicht ganz fertig geworden ist. In den nächsten Wochen werden die Scouts unter fachkundiger Anleitung das Gebäude fertig stellen. Danach wird das neue Gebäude sicherlich viele Jahre für viele Kinder und Jugendliche als Unterkunft zur Verfügung stehen.

An den Wochenenden standen einige Besuche an, bei denen auch die Pfadfinderarbeit näher gebracht wurde. Die Gruppe hat das Scout Center in Nelspruit besucht und wurde von Thulani, einem südafrikanischen Pfadfinder, in seine Kirchengemeinde zum Gottesdienst mit anschließendem Essen im Gemeindezentrum eingeladen. Am letzten Wochenende besuchten sie das Kinderheim „Good Hope“, mit angeschlossener Kindertagessstätte. Dort erfuhren sie, dass der Grund der hohen Anzahl Waisenkinder die Folge der hohen HIV- und Aids-Rate Südafrikas ist. Viele junge Erwachsene sterben an der Krankheit und die Kinder sind auf sich gestellt. „Good Hope“ wird durch die örtliche Pfadfindergruppe unterstützt – ein schönes Beispiel dafür, was Pfadfinderarbeit in Südafrika bewirkt.

Wir danken den Maurern und den Scouts für ihr Engagement und sind gespannt, wann die erste Gruppe das neue Gebäude nutzen wird.