SAMBIA - Als Volunteer mehr als Unterricht erlebt
2026-03-20
Sieben Wochen an der St.-Francis-and-Clare-Schule in Lusaka, Sambia
Die promovierte Chemikerin im Ruhestand, Dr. Heidi Höwer-Fritzen, verbrachte sieben Wochen an der St.-Francis-and-Clare-Schule in Lusaka, Sambia, und entwickelte dabei ein tiefes Verständnis für die Gegebenheiten vor Ort, für die Chancen und Herausforderungen.
Als Freiwillige war sie an unterschiedlichsten Stellen im Einsatz, übernahm einige Unterrichtsstunden, vor allem in Chemie, betreute die Kinder an der Pre- und Primary School, stand Lehrkräften und Schulleitung beratend zur Stelle, konnte als Basketballspielerin auch sportlichen Input geben, und vieles mehr. Besonders prägend war ihr Besuch bei Schülerinnen und Schülern, die neu in das Patenschaftsprogramm der Sekundarschule aufgenommen werden sollen.
Eindrücke, kurzgefasst
Würde man die Eindrücke kurz zusammenfassen, dann wäre da zuerst die neue Schulleiterin der Secondary School zu nennen, die frischen Wind mitbringt und an ihrer Schule etwas bewegen will. Beeindruckend waren auch die Familien, die das Schulgeld für ihre Kinder unter größten Mühen aufzubringen versuchen – und denen jetzt das Patenschaftsprogramm der Stiftung hilft. Und es war ermutigend zu sehen, wie sehr ehrgeizige Jugendliche auf motivierte Lehrkräfte treffen – die mit manchmal überraschenden Methoden Verständnis für komplexe Themen schaffen.
Eine Schulleiterin, die etwas bewegt
Seit Januar 2026 ist Frau Moonga als Schulleiterin der St.-Francis-and-Clare-Sekundarschule im Amt – und sie ist kaum zu bremsen. So will sie u. a. im Bereich der Naturwissenschaftsräume für bessere Ausstattung sorgen. Schon kurz nach ihrem Dienstantritt ließ sie die Böden der Fachbereichsräume erneuern. Die Einblicke von Frau Höwer-Fritzen als promovierter Chemikerin und Praktikerin waren hilfreich, um substanziellen Verbesserungs- und Ausbesserungsbedarf zu benennen: Funktionierende Wasseranschlüsse, ausreichend und angemessenes Material für Experimente, weniger Workarounds. Hier wird die Schule in den kommenden Monaten deutlich nachbessern.
Zuhause bei unseren Patenschüler*innen
Unsere Patenschüler*innen , die ein Komitee zusammen mit den jeweiligen Klassenlehrer*innen sorgfältig auswählen, lernen wir als Patinnen und Paten im Allgemeinen durch Steckbriefe, Foto und gelegentliche Briefe kennen. Heidi Höwer-Fritzen hatte Gelegenheit, einige auch zu Hause bei ihren Familien zu besuchen. Der Bedarf an Förderung kam dabei nochmals sehr deutlich zum Vorschein.
Die Jugendlichen kommen aus sehr schwierigen Familienverhältnissen: Von der Mutter, die alle Möbel verkauft hat, um das Schulgeld für ihren Sohn aufzubringen, bis zu der Schülerin, die mit ihrem Vater zusammenlebt und deren Bett aus einer aus Maismehl-Plastiksäcken zusammengenähten Unterlage besteht. Was diese Familien eint, ist der Wunsch, ihre Kinder zur Schule zu schicken, auch wenn es der Familie große Anstrengungen abverlangt. Was die Jugendlichen eint, ist das Ziel, zur Schule zu gehen, einen Beruf zu lernen, selbstständig zu werden und für sich und ihre Familie bessere Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
Das
Jugendliches Potenzial
Heidi Höwer-Fritzen konnte unterschiedlichsten Unterricht erleben – in der St.-Francis-Grundschule und -Vorschule, aber natürlich auch an der Sekundarschule. Vielen Lehrkräften gelingt es, mit kreativen Lehrmethoden den Mangel an Ausstattung auszugleichen. Die Bindungsfähigkeit von Ionen verdeutlicht eine Chemie-Lehrerin im „Selbstversuch“ mit ihren Schüler*innen.
Die MINT-Fächer genießen einen hohen Stellenwert an der St.-Francis-and-Clare-Schule. Heidi Höwer-Fritzen hatte seitens der Umckaloabo-Stiftung auch zwei elektronische Mikroskope im Gepäck, die im Chemie-Unterricht Einsatz finden und neue Möglichkeiten eröffnen. Auch die Patinnen und Paten tragen dazu bei, dass
Austausch und Begegnung
Jeder Tag bietet auch Gelegenheit zu informeller Begegnung mit Lehrkräften und Schüler*innen in den Pausen oder am Nachmittag. Und manchmal auch in größerer Runde, in der die Jugendlichen der Besucherin aus Deutschland Fragen über Fragen stellten. Die Patenschüler*innen wollten vor allem wissen, warum Menschen in Europa Jugendliche in Sambia mit einer Patenschaft unterstützen. Spannend waren auch Schilderungen über das Leben in Deutschland und die Arbeit in einem internationalen Unternehmen.