SAMBIA - Als Volunteer mehr als Unterricht erlebt
2026-03-20
Sechs Wochen an der St.-Francis-and-Clare-Schule in Lusaka, Sambia
Die promovierte Chemikerin im Ruhestand, Dr. Heidi Höwer-Fritzen, verbrachte sechs Wochen an der St.-Francis-and-Clare-Schule in Lusaka, Sambia, und entwickelte dabei ein tiefes Verständnis für die Gegebenheiten vor Ort, für die Chancen und Herausforderungen.
Als Freiwillige war sie an unterschiedlichsten Stellen im Einsatz, übernahm einige Unterrichtsstunden, vor allem in Chemie, betreute die Kinder an der Pre- und Primary School, stand Lehrkräften und Schulleitung beratend zur Stelle, konnte die Basketballregeln vermitteln und vieles mehr. Besonders prägend war ihr Besuch bei Schülerinnen und Schülern, die neu in das Patenschaftsprogramm der Sekundarschule aufgenommen werden sollen.
Eindrücke, kurzgefasst
Würde man die Eindrücke kurz zusammenfassen, dann ist da zuerst die seit Januar 2026 zuständige Schulleiterin der Secondary School zu nennen. Sie will an ihrer Schule etwas bewegen – und eine Aktion der Rotarier wird für die finanziellen Mittel sorgen. Beeindruckend waren auch die Familien, die das Schulgeld für ihre Kinder unter größten Mühen aufbringen – und denen jetzt das Patenschaftsprogramm der Stiftung hilft. Und es war ermutigend zu sehen, wie sehr ehrgeizige Jugendliche auf motivierte Lehrkräfte treffen – die mit manchmal überraschenden Methoden Verständnis für komplexe Themen schaffen.
Eine Schulleiterin, die etwas bewegt
Seit Januar 2026 ist xxx Monga als Schulleiterin der St.-Francis-and-Clare-Sekundarschule im Amt – und sie ist kaum zu bremsen. Insbesondere im Bereich der Naturwissenschaftsräume will sie für bessere Ausstattung sorgen. Schon kurz nach ihrem Dienstantritt ließ sie die Böden der Fachbereichsräume erneuern.
Die Einblicke von Frau Höwer-Fritzen als promovierter Chemikerin und Praktikerin waren sehr hilfreich, um substanziellen Verbesserungs- und Ausbesserungsbedarf zu benennen: Fehlende Wasseranschlüsse, unzureichendes Material für Experimente, viele Workarounds. In kurzer Zeit entstand im Austausch mit den Rotariern in Karlsruhe eine Aktion, um die Ausstattung der Chemie- und Physikräume in der Sekundarschule zu finanzieren.
Zuhause bei unseren Patenschüler*innen
Unsere Patenschüler*innen, die der zuständige Lehrer Alex Daka sorgfältig auswählt, lernen wir als Patinnen und Paten im Allgemeinen durch Steckbriefe, Foto und gelegentliche Briefe kennen. Heidi Höwer-Fritzen hatte Gelegenheit, einige auch zu Hause bei ihren Familien zu besuchen. Der Bedarf an Förderung kam dabei nochmals sehr deutlich zum Vorschein.
Die Jugendlichen kommen aus sehr schwierigen Familienverhältnissen: Von der Mutter, die alle Möbel verkauft hat, um das Schulgeld für ihren Sohn aufzubringen, bis zu der Schülerin, die mit ihrem Vater zusammenlebt und deren Bett aus einer aus Maismehl-Plastiksäcken zusammengenähten Unterlage besteht. Was diese Familien eint, ist der Wunsch, ihre Kinder zur Schule zu schicken, auch wenn es der Familie große Anstrengungen abverlangt. Was die Jugendlichen eint, ist das Ziel, zur Schule zu gehen, einen Beruf zu lernen, zu studieren, selbstständig zu werden und etwas zu leisten.
Das
Jugendliches Potenzial
Heidi Höwer-Fritzen konnte unterschiedlichsten Unterricht erleben – in der St.-Francis-Grundschule und -Vorschule, aber natürlich auch an der Sekundarschule. Vielen Lehrkräften gelingt es, mit kreativen Lehrmethoden den Mangel an Ausstattung auszugleichen. Die Bindungsfähigkeit von Elektronen verdeutlicht eine Chemie-Lehrerin im „Selbstversuch“ mit ihrer Klasse.
Die MINT-Fächer genießen einen hohen Stellenwert an der St.-Francis-and-Clare-Schule. Auch die Patinnen und Paten tragen dazu bei, dass
Austausch und Begegnung
Jeder Tag bietet auch Gelegenheit zu informeller Begegnung mit Lehrkräften und Schüler*innen in den Pausen oder am Nachmittag. Und manchmal auch in größerer Runde, in der die Jugendlichen der Besucherin aus Deutschland Fragen über Fragen stellten. Die Patenschüler*innen wollten vor allem wissen, warum Menschen in Europa Jugendliche in Sambia mit einer Patenschaft unterstützen. Spannend waren auch Schilderungen über das Leben in Deutschland und die Arbeit in einem internationalen Unternehmen.